

Die Chronik der Ereignisse vor der Romanhandlung
Wie das UNHEIL begann ...


Die sieben Todsünden

Sind das die weiteren sieben Morde an jungen Mädchen, die die SOKO Vampir nach der ersten Bluttat in Aufregung versetzt? Oder ist es ein gigantischer Blutrausch, der sich über die Jahrhunderte zieht?

Manche Dinge sind einfach so haarsträubend, dass wir sie nicht glauben wollen - obwohl sie direkt vor unserer Nase geschehen ...

Der Vampir holt sich seine Opfer - wo auch immer es ihm beliebt. Die SOKO Vampir ist hilflos, weil sie nicht die richtigen Fragen stellt.


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Der Vampir von Düsseldorf |
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Immer wieder soll es Menschen geben, die unter einem unstillbaren Blutdurst leiden. Der wohl bekannteste Fall in Deutschland war der "Vampir von Düsseldorf" Peter Kürten, 1883 in der heutigen Landeshauptstadt geboren. Äußerlich war ein äußerst unauffälliger Mann. Dass man in seiner Umgebung immer wieder vollkommen ausgeblutete Tiere fand, brachte man zunächst nicht mit ihm in Verbindung. Er fand Arbeit als Lastwagenfahrer, unternahm nächtliche Streifzüge, erwürgte und vergewaltigte seine Opfer, um ihnen dann den Hals aufzuschlitzen und ihr Blut zu trinken. Als er schließlich entdeckt und 1931 hingerichtet wird, hat er seinem Arzt gegenüber erklärt: "Sie können mich nicht verstehen, niemand kann mich verstehen."
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Die Frage nach dem, was den Vampir wirklich antreibt. Was ihn dazu bringt, seine Opfer aufzuschlitzen und das Blut junger Frauen zu trinken, bis sie wie entleerte Hüllen zurückbleiben.

Das erste Opfer des Vampirs

Ein seltsamer Abend, verwunschen und still bis auf die fernen Autogeräusche und das leise Plätschern des Kanals, in ein graues, fast farbloses Licht getaucht, das sich mit meiner Stimmung verbindet, die nicht düsterer hätte sein können. Ich hatte gewusst, dass sich meine Eltern irgendwann trennen würden, schließlich hatten sie es oft genug angekündigt. Und trotzdem hatte ich es nicht wirklich geglaubt. Nicht die rot geweinten Augen meiner Mutter, nicht die Koffer, die sie trug, nicht das Geräusch, mit dem sich die Tür unserer Etagenwohnung hinter ihr schloss.

Und schon gar nicht hatte ich geglaubt, dass Tom mit grausamer Gleichgültigkeit auf diese Neuigkeit reagieren könnte, als ich sie ihm in der Werkstatt mitteilte ...

Und jetzt laufe ich hier in die beginnende Dunkelheit an dem einsam gelegenen Kanalweg hinein ... bis sich in das Geräusch meiner Schritte das Geräusch anderer Schritte mischt. Bis ich anfange zu laufen. Bis ich begreife, dass ich verfolgt werde, bis ich eingeholt werde, bis ich anfange zu schreien ...

Bis ich begreife, dass es keinen Ausweg gibt ...

Oh, mein Gott!

Der Verfolger reißt seine Raubtierhand hoch und nimmt Schwung, um zuzustoßen. Das junge Mädchen beginnt sich aus Leibeskräften zu wehren und hin- und herzuwerfen, und der Angreifer schlägt zu, dreht die Hand dann aber und ballt sie zur Faust, um sie seinem Opfer mit solcher Gewalt gegen die Schläfe zu hämmern, dass es benommen zurücksinkt und seine Gegenwehr einstellt. Dann gräbt er die Finger der freien Hand in dessen Haar, zieht seinen Kopf zurück und treibt ihm die Spitzen seiner Eisenkralle in die Halsschlagader ...

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Der Vampir von Yorkshire |
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John Halliday Reginald Christie wurde im April 1898 in der britischen Grafschaft Yorkshire geboren. Es wuchs in der Zeit der Mobilmachung vor dem ersten Weltkrieg auf, einer Zeit, in der Telefone, Autos, Kinos und Flugzeuge noch nicht zum Alltag gehörten und die Kindheit einfacher Leute äußerst hart war. Kurz nach dem ersten Weltkrieg heiratete er. 1938 - ein Jahr, bevor deutsche Truppen in Polen einmarschierten - zogen er und seine Frau in das Erdgeschoß in Rillington Place Nr.10 im Londoner Stadtteil Notting Hill ein. Was dort während des zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit bis zum 20. März 1953 geschah, lässt sich nur schwer erahnen. In der Nachbarschaft jedenfalls wurden grausliche Dinge erzählt von einem Vampir, der junge Frauen verfolgen sollte. Und tatsächlich verschwanden auch eine große Anzahl von Frauen, ohne das man vorerst auch nur eine Spur von ihnen gefunden hätte.

Niemand wäre darauf gekommen, dass John Halliday Reginald Christie dahintersteckte. Bis er den Fehler beging und seine Wohnung kündigte. Während der Renovierung der Wohnung entdeckte man eine in der Küche eingemauerte, nackte Frauenleiche. Die Polizei stellte anschließend die komplette Wohnung auf den Kopf. Sie fand drei eingemauerte Frauenleichen in der Küche, seine Frau Ethel unter den Dielen des Wohnzimmers und im Garten seines Anwesens zwei weitere Frauenleichen sowie die Überreste von vier weiteren Opfern John Halliday Reginald Christies, dem Eingeweihte nachsagten, ein Vampir gewesen zu sein.
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Das zweite Opfer des Vampirs

Ich bin es leid. Richtig leid. Richard ist so eine verdammte Nervensäge. Seine dauernden Bevormundungen. Fürchterlich. Sein Gezeter. Nervend. Seine Eifersucht. Unerträglich.

"Lass mich bloß in Ruhe, du Arsch!", fauche ich ihn an, schnalle mich ab und reiße die Seitentür auf.

"Bleib hier, verdammt noch mal!", schreit er. "Wenn du jetzt gehst, brauchst du nicht wiederzukommen!"

"Um so besser!", schreie ich zurück. "Ich habe auch nicht vor, noch jemals wieder in deine stinkende Karre einzusteigen."

Und damit bin ich auch schon weg. Meine Füße fliegen geradezu über die geborstenen, dreckigen Pflastersteine des Bürgersteigs. Keine ausgesprochen gute Gegend. Aber das ist mir egal. Ich klaube mit zitternden Händen das Pfefferspray aus meiner Handtasche. Wer immer sich einbilde sollte, mir zu nahe zu kommen: Dem würde ich die Augen auskratzen. Und dann Pfefferspray hineinspritzen.

Oder umgedreht. Die Reihenfolge ist mir egal.

Ich höre, wie hinter mir eine Autotür zugeworfen wird. Richard, natürlich. Der Blödmann will mir hinterher.

Ich sehe mich um. Ich suche nach einer Möglichkeit, schnell zu verschwinden.

Direkt vor mir ist ein der Eingang zu einem Hinterhof. Meine Chance. Ich drehe mitten im Schritt um und stürze auf den Hinterhof zu. Er sieht nicht gerade einladend aus, und irgendetwas in mir schreit auf bei der Vorstellung, dort jetzt hinein zu müssen. Etwas, das ahnt, nein, das weiß, das dort etwas auf mich lauert, gegen das mein Pfefferspray nichts ausrichten kann ...

Und dann ist es zu spät!

Der Verfolger tritt nach ihrem Pfefferspray und trifft stattdessen ihr Handgelenk, und das mit solcher Wucht, dass sie glaubt, das Splittern ihrer eigenen Knochen zu spüren. Gleichzeitig hackt seine Krallenhand nach ihrem Gesicht.

Irgendwie gelingt es ihr, den Hieb mit dem Unterarm abzublocken, noch während ihr Pfefferspray in hohem Bogen davonfliegt, aber spätestens dieser zweite Treffer war zu viel. Sie stolpert rückwärts, fällt hilflos auf den Rücken und bleibt halb benommen liegen.

Ungefähr eine halbe Sekunde lang, bis ihr die dunkle Gestalt mit solcher Wucht in die Seite tritt, dass ihr die Luft wegblieb. Sie versucht sich dennoch herumzuwerfen. Zu spät. Der Schwarzgekleidete lässt sich mit beiden Knien auf sie fallen und schlägt ihr so kräftig mit dem Handrücken ins Gesicht, dass ihre Lippen aufplatzen und sie ihr eigenes Blut schmeckte.

"Blut!", keucht er. "Ich will dein Blut ..."


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Der Vampir von London |
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John Haigh wurde am 24. Juli 1909 in Stamford, Großbritannien geboren. Er war Mitte dreißig, als er sich zum Ende des zweiten Weltkrieges in einer guten Gegend Londons einquartieren konnte. Als Aushilfsorganist verbrachte Haigh viele Stunden in der Kirche, den Blick auf den blutüberströmten sterbenden Christus gerichtet. Doch dabei beließ er es nicht. Er tötete mindestens acht Menschen, um seine Gier, Blut zu trinken, zu befriedigen. Als er schließlich nach dem Mord an einem sehr jungen Mädchen gefasst wird, bezeichnet er sich selbst als jemanden, "der zur Familie der Vampire gehört".
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Das dritte Opfer des Vampirs

Stimmen, Gewisper, schabende Geräusche, ein Tür die zuschlägt, irgendwo das dumpfe Knurren eines Hundes. Ich zögere. Natürlich weiß ich, dass ich gar nicht anders kann als John aufzusuchen. Aber im flackernden Licht der Hausflurbeleuchtung, inmitten aufdringlicher Gerüche, die aus den Ritzen der Haustüren quellen, kommt es mir plötzlich wie ein verrückte Idee vor, mitten in der Nacht hier nach meinem Freund zu suchen, nur weil ich Streit mit meiner Mutter hatte.

Ich ahne, dass etwas Schreckliches passiert, wenn ich hier noch weiter durch dieses schreckliche Hochhaus laufe. Ich muss raus.

Entschlossen drehe ich mich um, kehre mit schnellen Schritten zum Aufzug zurück. Mit hektischen Fingern drücke ich denn Aufzugsknopf. Ich höre da ein Rumpeln, mit dem sich der rechte Aufzug in Bewegung setzt. Es dauert nicht lange, bis er da ist. Doch als die Aufzugstüren aufgleiten und ich sehe, dass die Kabine nicht leer ist, ist es schon zu spät ...

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Die Vampire unter uns |
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Nicht genug mit dem Vampir von Düsseldorf, dem Blutsauger aus Yorkshire und John Haigh, der sich selbst als "zur Familie der Vampire gehörend" bezeichnet . Die Spur der Vampire, die unter uns leben, lässt sich über viele, viele Jahrhunderte zurückverfolgen. Und wie seine Vorgänger macht auch der Killer unter uns, der nach der ersten Bluttat eine schrecklich entstellte, blutleere Leiche zurücklässt, nicht nach seinen ersten drei Opfern Schluss. Ganz im Gegenteil, es folgt Opfer auf Opfer. Bis Conny eingreift, und das UNHEIL seinen Lauf nimmt ...

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Und das Grauen beginnt!

Der Schmerz explodiert, als er die Eisenkralle in ihr Bein schlägt und einen hämmernden Herzschlag später schon wieder herausreißt. Der Schmerz wird für einen Moment noch schlimmer, als er an ihrem Oberschenkel hinauf nach ihren Nieren tastet. Sie weiß, dass es jetzt aus ist.

Denn lässt der Angreifer plötzlich von ihr ab, richtet sich auf, stößt einen unmenschlich klingenden Laut aus. Sie reißt die Augen auf. Die dunkle Gestalt steht hoch aufgerichtet und in fast unmöglich erscheinender, verdrehter Haltung über ihr, und sie glaubt in dem Schatten etwas Riesiges, Wogendes zu erkennen, ein albtraumhaftes Ding, mehr eine gigantische Fledermaus als ein Mensch ... und dann sieht sie etwas Silbernes auf sich zusausen ...


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